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Credits: Tannhäuser Kreis


TANNHÄUSER KREIS
Mímēsis / Polémos

kuratiert von | curated by JULIAN VOLZ

21.01. - 18.02.2023


Die Ausstellung Mimesis/Polémos des Kunstkollektivs Tannhäuser Kreis beschäftigt sich mit rechten Online-Subkulturen sowie dem Rechtsruck und der Militarisierung in Deutschland.

The exhibition Mimesis/Polémos by the art collective Tannhäuser Kreis deals with right-wing online subcultures as well as the shift to the right and militarization in Germany.


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english below


Spätestens seit den 2010er Jahren haben sich die sozialen Medien zu einem wichtigen Katalysator für rechte und neofaschistische Bewegungen entwickelt. Die Dezentralität dieser Medien schuf einen neuen medienaffinen Faschismus, der viel weniger von starken Führerpersönlichkeiten abhängt. Die „Alt-Right“ (alternative Rechte) mobilisiert die Emotionen ihrer Anhänger*innen und Sympathisant*innen stattdessen in Messageboards und in Foren. Eines der wichtigen Ausdrucksmittel im Netz sind dabei sogenannte Memes, also schnell hergestellte Bild‑Text‑Collagen, bei denen gefundene Bilder immer wieder neu überschrieben werden und die sich meist einer postironischen Sprache bedienen. Bei dieser Mischung von Ironie mit politischen Aussagen wird zunehmend veruneindeutigt, welche Teile nun als ernsthafte politische Aussage gemeint sind und welche nicht. Die rechte Meme-Szene kann so ganz ungeniert mit nationalsozialistischen Symbolen hantieren, den Holocaust relativieren und sich offen als faschistisch bezeichnen. Am Ende war alles nicht so gemeint.

Doch auch klassische Avantgarden und deren Vertreter*innen, wie etwa John Heartfield oder die Situationistische Internationale verwendeten in ihren ironischen Bild-Text-Collagen durchaus Symbole des politischen Gegners, um diesen zu demaskieren und sich über ihn lustig zu machen. Taugen Memes also auch zu anderen Zwecken? Mit seiner Ausstellung im Mouches Volantes begibt sich das Künstler*innenkollektiv Tannhäuser Kreis mitten in das Getümmel der Meme-Wars, oder auf gut deutsch: des großen Bild-Text-Krieges. Die Künstler*innen holen dafür das Meme aus seinen digitalen Gefilden und bringen es als Skulptur in den Ausstellungsraum, wo es einen gänzlich unironischen Kommentar auf die aktuelle Weltlage abgeben wird.

Begleitend zu der Ausstellung erscheint eine Broschüre mit Beiträgen von Banu Alpsü, Ihsan Alisan, Axel Gehring, Simon Strick und Julian Volz. Sie setzt sich eingehend mit rechten und faschistischen Bildstrategien im Internet auseinander.



*Die Broschüre enthält nicht den Text:

"Julian Volz - Mímēsis/Polémos.
Gedanken über den Slogan „The Left can‘t Meme“,
John Heartfield und die Situationistische Internationale"

Die vollständige Broschüre mit allen Texten ist auf Anfrage erhältlich,
oder lässt sich alternativ im Ausstellungsraum per QR-Code herunterladen.

Ein gedrucktes Exemplar mit der Auflage 30 ist für 5€ erhältlich.
Versand auf Anfrage.

Der Tannhäuser Kreis ist:
Antonia Alessia Virginia Beeskow, Andreas Cretin, Jonas Höschl, Istihar Kalach, Christian Kölbl, Konstitutiv der Möglichkeiten, Jody Korbach, Mateusz von Motz, Richard Pfützenreuter, Max Sand, Natalia Schwappacher, Anica Seidel, Julian Volz, Pia vom Ende, Valentin Wagner, Nicholas Warburg


english


Since the 2010s at the latest, social media have become an important catalyst for right-wing and neo-fascist movements. The decentralisation of these media has created a new media-affinity fascism that is much less dependent on strong leaders. The "alt-right" (alternative right) mobilises the emotions of its supporters and sympathisers in message boards and forums instead. One of the most important means of expression on the internet are so‑called memes, i.e. quickly produced image‑text collages in which found images are overwritten again and again and which usually use postironic language. With this mixture of irony and political statements, it becomes increasingly unclear which parts are meant as serious political statements and which are not. In this way, the right-wing meme scene can freely use National Socialist symbols, relativise the Holocaust and openly describe itself as fascist. In the end, everything was not meant that way.

But even classical avantgardes and their representatives, such as John Heartfield or the Situationist International, used symbols of the political opponent in their ironic image-text collages in order to unmask them and make fun of them. So are memes good for other purposes as well? With its exhibition at Mouches Volantes, the artists collective Tannhäuser Kreis is entering the thick of the meme wars, or in other words: the great image-text war. The artists will take the meme out of its digital realm and bring it into the exhibition space as a sculpture, where it will provide a completely unironic commentary on the current world situation.

The exhibition is accompanied by a brochure with contributions by Banu Alpsü, Ihsan Alisan, Axel Gehring, Simon Strick and Julian Volz. It deals in depth with right-wing and fascist image strategies on the internet.

Tannhäuser Kreis is:
Antonia Alessia Virginia Beeskow, Andreas Cretin, Jonas Höschl, Istihar Kalach, Christian Kölbl, Konstitutiv der Möglichkeiten, Jody Korbach, Mateusz von Motz, Richard Pfützenreuter, Max Sand, Natalia Schwappacher, Anica Seidel, Julian Volz, Pia vom Ende, Valentin Wagner, Nicholas Warburg




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