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Credits: Robert Schittko


Hichi Demi
OUR DISPLACED STORIES VOL. 2


eingeladen von | invited by IHSAN ALIŞAN


06.11.2025 – 04.04.2026

Eröffnung | Opening
05.11, 19:00 UHR | 05.11, 7 PM


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deutsch | english below


In ihrer Einzelausstellung Our Displaced Stories Vol. 2 widmet sich Hichi Demi den narrativen Strukturen, die Identität formen – und sie zugleich zersetzen. Ihre performativen und installativen Arbeiten hinterfragen das Erzählen selbst: als Handlung, als Sprache, als einen politischen Akt und Ort.

Demi untersucht, wie Geschichten sich wiederholen, wie sie verdrängt, überschrieben oder vergessen werden. Wer erzählt wessen Geschichte – und wie verändert sich Bedeutung, wenn sie von einer anderen Stimme weitergetragen wird?

Aus Fragmenten ihrer eigenen Biografie, Träumen und zufälligen Begegnungen entwickelt Demi ein Geflecht aus Stimmen und Erinnerungen, das sich zwischen Realität und Fiktion bewegt. Ihre Arbeiten verweben Körper, Klang und Raum zu Resonanzräumen des Erinnerns – und des Vergessens.

Im Zentrum steht die Suche nach dem, was bleibt, wenn Erzählungen sich auflösen: die flüchtige Spur dessen, was wir uns eigentlich sagen wollten. Eine Geschichte, die wir uns erzählten – immer und immer wieder – bis wir vergaßen, dass sie eine Lüge war.


Hichi Demi (geb. in Stuttgart) ist Performerin, Schauspielerin und Autorin. In ihrer Praxis verbindet sie Körper, Sprache und Raum. Ihre Arbeiten bewegen sich zwischen Performance, Installation und filmischer Erzählung und erweitern klassische theatralische Formen um Elemente aus Video, Sound und Bewegung.

Demi absolvierte ihre Schauspielausbildung an der Internationalen Schauspielakademie Crearte in Stuttgart und studierte Film- und Theaterwissenschaft an der Freien Universität Berlin. Neben ihrer Tätigkeit für Film, Fernsehen und Theater realisiert sie eigene interdisziplinäre Projekte, die sich an der Schnittstelle von postdramatischem Theater, Performance und site-specific-art verorten. Von 2018 bis 2023 war sie Teil von Şermola Performans, mit dem sie über zehn Theater- und Performancearbeiten in Köln und Berlin entwickelte — als Performerin, Produzentin und Projektleitung.

In ihrer Arbeit spielt der Körper als Träger von Erinnerung und Widerstand eine zentrale Rolle. 2022 präsentierte sie das Projekt Our Displaced Stories, das unterschiedliche Perspektiven auf Identität(en), Intersektionalität und die Verbindung zu narrativen Strukturen verhandelte.


english


In her solo exhibition Our Displaced Stories Vol. 2, Hichi Demi explores the narrative structures that shape identity – and at the same time, dissolve it. Her performative and installative works question storytelling itself: as an action, as language, as a political act, and as a site.

Demi examines how stories repeat themselves, how they are repressed, overwritten, or forgotten. Who tells whose story – and how does meaning shift when it is carried forward by another voice?

Drawing from fragments of her own biography, dreams, and chance encounters, Demi weaves a mesh of voices and memories that moves between reality and fiction. Her works intertwine body, sound, and space into resonant chambers of remembering – and forgetting.

At the core lies the search for what remains when stories dissolve: the fleeting trace of what we once meant to say. A story we told ourselves – again and again – until we forgot it was a lie.


Hichi Demi (born in Stuttgart) is a performer, actor, and writer. In her practice, she connects body, language, and space. Her works move between performance, installation, and cinematic narrative, expanding classical theatrical forms with elements of video, sound, and movement.

Demi trained in acting at the International Acting Academy Crearte in Stuttgart and studied film and theatre studies at Freie Universität Berlin. In addition to her work in film, television, and theatre, she develops her own interdisciplinary projects situated at the intersection of post-dramatic theatre, performance, and site-specific art. From 2018 to 2023, she was part of Şermola Performans, with whom she developed over ten theatre and performance works in Cologne and Berlin — as performer, producer, and project director.

In her work, the body as a vessel of memory and resistance plays a central role. In 2022, she presented the project Projekt Our Displaced Stories, which engaged with diverse perspectives on identity, intersectionality, and the connection to narrative structures. Gefördert von | With support of:
kulturamt





demnächst | coming soon


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Credits: Werde's grave, Leman Sevda Darıcıoğlu,
photo from the Kıvılcım Arat archive,
manipulated by Leman Sevda Darıcıoğlu, 2026.


Leman Sevda Darıcıoğlu
MOURNING IN LAUGHTER


kurratiert von | currated by MEHVEŞ UNGAN
eingeladen von | invited by IHSAN ALIŞAN


18.04.2025 – 28.04.2026

Eröffnung | Opening
17.04, 19:00-21:00 UHR | 17.04, 7-9 PM


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deutsch | english below


Die Nekropolitik bestimmt nicht nur, wer in diesem System leiden und wer überleben wird, sondern entwertet auch die Rituale des Todes. Dadurch werden Menschen zu Zahlen reduziert und ihre verlorenen Leben werden „unbetrauerbar“. Wie Judith Butler feststellt, zeigt sich daran, wie weit Enteignung gehen kann.
Die Tode der Verletzlichsten, verursacht durch schreckliche, systematische Gewalt, werden nicht betrauert. Leman Sevda Darıcıoğlus neues Projekt ist eine direkte Reaktion darauf: Es feiert die Trauer um verlorene Angehörige als Form des Widerstands gegen das Auslöschen von Erinnerung. Das Projekt konzentriert sich auf die Friedhöfe der „Kimsesiz“ in der Türkei, auf denen verlassene Tote begraben werden.
Im Mittelpunkt des Mehrkanal-Videos „From the Lines of Difference“ stehen queere, feministische, flüchtlingspolitische und kurdische Bewegungen, die die Verstorbenen zurückfordern und ihrer gedenken. Es vereint Archivmaterialien und gemeinschaftlich geteilte Archive, die mit einer von der Künstlerin entwickelten Technik bearbeitet wurden, die sie „queere Trauer“ nennt, sowie Interviews mit Aktivist:innen aus diesen Bewegungen. Wenn möglich, werden die Erinnerungen an die Begrabenen durch Erzählungen ihrer Freund:innen wieder sichtbar gemacht. Geschichten und Schweigen aus diesen Gemeinschaften werden mit übergeordneten Fragen nach Gerechtigkeit, Zugehörigkeit und dem Wert des Lebens verwoben.
Die durative Performance „An Act of Accompaniment” inszeniert ein Trauerritual: Im Ausstellungsraum wird ein Stein gewaschen und gepflegt – eine Referenz zu Trauerpraktiken in Südwestasien, bei denen Familie und Gemeinschaft sieben Tage lang im Haus der verstorbenen Person zusammenbleiben. Die zurückbleibenden Spuren erweitern die Arbeit über den Live-Akt hinaus und schaffen einen gemeinsamen zeitlichen und affektiven Raum, den das Publikum zusammen mit dem Video betreten kann.

Leman Sevda Darıcıoğlu (Berlin & Istanbul) ist eine multidisziplinäre Künstlerin, die sich mit lang andauernden Live-Performances, Videos, Installationen und öffentlichen Interventionen beschäftigt.
Im Mittelpunkt ihrer Arbeit stehen die Verletzlichkeit und der Widerstand marginalisierter Menschen. Leman lässt sich dabei von Archiven, Gemeinschaftsnetzwerken und queeren Einzelpraktiken inspirieren. Ihre künstlerische Forschung wird von einer tiefen Auseinandersetzung mit der Geschichte von Gewalt und Widerstandsbewegungen angetrieben, wobei sie diese Narrative aus einer eindeutig südwestasiatischen Perspektive hinterfragt und neu interpretiert. Leman hat einen Master in „Live Art Forms” von der AdBKNürnberg, den sie mit Auszeichnung abgeschlossen hat und erhielt den DAAD-Preis 2024.
Für ihre Arbeit erhielten sie im Laufe ihrer Karriere mehrere Stipendien und Auszeichnungen,zuletzt waren sie Stipendiat der Gwaetler Stiftung (2025). Ihre Arbeiten wurden unter anderem in der Pickle Bar, Berlin, der Door Foundation, Amsterdam,Ornamenta24, Pforzheim,dem Bärenzwinger, Berlin, dem ICA, London, SALT, Istanbul und dem Schwulen Museum, Berlin, gezeigt.

Mehveş Ungan ist Kuratorin und Kunstvermittlerin und arbeitet derzeit an der Kunsthalle Trier. Sie studierte Philosophie und Europäische Kunstgeschichte in Heidelberg sowie im Masterstudiengang Art in a Global Context an der Freien Universität Berlin. Ihre kuratorische Praxis basiert auf intersektionalen, feministischen, ökologischen und dekolonialen Ansätzen.
Am Heidelberger Kunstverein kuratierte sie die feministische Gruppenausstellung Sex Reenchanted, die acht internationale Künstler:innen zusammenbrachte und das Verhältnis von erotischem Erbe und Emanzipation von westlichen Denkweisen untersuchte. Zudem co-kuratierte sie Matter of Alliances, eine Ausstellung zu ökofeministischen und dekolonialen Praktiken.
Als Kunstvermittlerin war sie in der Berliner Kunstszene tätig, unter anderem an der Deutsche Bank Kunsthalle, im Haus am Waldsee, im Kindl – Zentrum für zeitgenössische Kunst und bei Kunstsäle Berlin.


english


Not only does necropolitics dictate who will suffer and who will survive in this system, it also diminishes the rituals of death. This reduces some people to numbers and makes their lost lives 'ungrievable'. As Judith Butler states, this is how far dispossession can go.
The deaths of the most vulnerable, caused by horrific systematic violence, are not mourned. Leman Sevda Darıcıoğlu's brand new project is a direct response to this, celebrating grief for lost loved ones as a form of resistance to erasure.
The project focuses on the cemeteries of Kimsesiz in Turkey, where abandoned dead are buried.
The multi-channel video “From the Lines of Difference” centers on queer, feminist, refugee rights, and Kurdish movements that reclaim and commemorate the deceased. It brings together archival materials, community-shared archives manipulated through a technique the artist calls “queer grief,” and interviews with activists from these movements. When possible, the memories of those buried are brought forward through narratives shared by their friends. Stories and silences from these communities are woven with broader questions of justice, belonging, and the value of life.
The durational performance “An Act of Accompaniment” enacts a mourning ritual, washing and tending a stone in the exhibition space, a reference to Southwest Asian mourning practices, where family and community stay together for seven days in the house of the deceased. The traces left behind extend the work beyond the live act, creating a shared temporal and affective space for audiences to inhabit alongside the video.

Leman Sevda Darıcıoğlu is a multidisciplinary artist working with long-durational performance, video, installation, text and public intervention. Leman’s work delves into the intricate intersections of chronopolitics and necropolitics, with a keen focus on the vulnerability and resilience of marginalized, especially queer, crip and migrant bodies.
Their artistic inquiry is driven by a deep engagement with histories of violence and resistance, challenging and re-appropriating the hegemonic narratives from a distinctly Southwest Asian queer perspective. Leman holds an MFA in “Live Art Forms” from AdBK Nuremberg with distinction (DAAD Prize 2024). They’ve shown work at Pickle Bar Berlin, Door Foundation Amsterdam, Ornamenta24, Baerenzwinger Berlin, ICA London, Europride23 Valetta, SALT Istanbul, Schwules Museum Berlin, among others. A Gwaetler Stiftung fellow for 2025, Leman has received multiple awards and grants for their research-based artistic work.

Mehveş Ungan is a curator and art educator currently working at the Kunsthalle Trier. She studied philosophy and European art history in Heidelberg and completed a master’s degree in Art in a Global Context at Freie Universität Berlin. Her curatorial practice is grounded in intersectional, feminist, ecological, and decolonial approaches.
At the Heidelberger Kunstverein, she curated the feminist group exhibition *Sex Reenchanted*, which brought together eight international artists and explored the relationship between erotic heritage and emancipation from Western ways of thinking. She also co-curated *Matter of Alliances*, an exhibition on ecofeminist and decolonial practices.
As an art educator, she has been active in the Berlin art scene, including at the Deutsche Bank Kunsthalle, Haus am Waldsee, Kindl – Center for Contemporary Art, and Kunstsäle Berlin.


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